Testosteron-Dominanz

  
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Erstaunlicherweise können Frauen in den Wechseljahren eine Testosteron-Dominanz haben.

Während der Wechseljahre steigt der Testosteronspiegel nämlich bei vielen Frauen etwas an.

Durch die sinkende Produktion der weiblichen Hormone Progesteron, und später auch Östrogen, gerät das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Hormonen aus dem Gleichgewicht.

Das Testosteron ist im Verhältnis zu den weiblichen Hormonen stärker geworden.

Daher kann man dieses Phänomen als Testosteron-Dominanz bezeichnen, entsprechend der Östrogen-Dominanz.

Solch eine Testosteron-Dominanz kann übrigens auch zeitgleich mit einer Östrogen-Dominanz auftreten. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Progesteron stark erniedrigt ist und das Östrogen nur leicht verringert.

Eine Testosteron-Dominanz kann man häufig äußerlich am Wachstum eines kleinen Bartes erkennen.

Auch die Stimme wird bei vielen der betroffenen Frauen etwas tiefer.

Menopausen-Bauch

Ohne Testosteron-Dominanz neigen Frauen eher zum Fettansatz an Hüften, Po und Beinen.

Wenn das Testosteron jedoch dominant wird, bekommen auch Frauen häufiger das gefürchtete innere Bauchfett und einen runden Kugelbauch.

Das Übergewicht dieser Frauen sieht dann eher aus wie sonst nur bei Männern. Die Figur hat die sogenannte Apfelform, weil der Bauch so rund ist wie ein Apfel.

Weil die Entstehung eines Kugelbauches in den Wechseljahren häufig vorkommt, nennt man dieses Phänomen auch "Menopausenbauch".

Dieser Bauch wird besonders ausgeprägt, wenn zu der Testosteron-Dominanz noch Stress hinzukommt. Das Stresshormon Cortisol lässt nämlich auch das innere Bauchfett wachsen (siehe Seite 42).

Außerdem fördert zucker- und fettreiche Nahrung das Bauchwachstum.

Erst in den letzten Jahren haben Forscher herausgefunden, dass das innere Bauchfett sehr viel gesundheitsschädlicher ist als die Fettpolster an anderen Körperstellen.

Inneres Bauchfett produziert Hormone und Substanzen, die Entzündungen fördern. Außerdem gibt das innere Bauchfett Fettsäuren und andere Fettbestandteile (z.B. Triglyceride) ans das Blut ab. Das kann zu erhöhten Blutfettwerten führen.

Ursprünglich war diese Funktionsweise des inneren Bauchfettes eine sehr sinnvolle Maßnahme, um seine Aufgabe als Kurzzeit-Vorrat zu erfüllen.

Die abgegebenen Fettbestandteile stellten dem Körper Energie zur Verfügung, wenn beispielsweise bei langen Jagdzügen nicht gegessen werden konnte. Die steinzeitlichen Jäger konnten mithilfe dieser Vorratsenergie kräftig weiterwandern.

Doch heutzutage kommen die Bewohner der Industrieländer kaum noch in Situationen, wo die Kurzzeitvorräte aus dem inneren Bauchfett dringend gebraucht werden. Meistens sind die Pausen zwischen den Mahlzeiten nicht sehr lang. Essen ist nahezu immer verfügbar.

Aus dem kleinen Kurzzeitvorrat im Bauch wird daher bei vielen Menschen eine gigantische Vorratskammer in Kugelform.

Die vom inneren Bauchfett abgegebenen Fette stellen keine willkommene Energie mehr dar, sondern eine potentiell gefährliche Überfettung des Blutes.

Rettungsringe sind kein inneres Bauchfett

Häufig wird im Zusammenhang mit dem inneren Bauchfett von den "Rettungsringen" gesprochen.

Aber gerade die Rettungsringe, also die Fettröllchen im Rumpfbereich sind kein inneres Bauchfett. Stattdessen handelt es sich bei ihnen um das äußere Bauchfett, das vergleichbar ungefährlich ist wie das Fett auf den Hüften, am Po oder an den Beinen.

Das bedeutet, dass alles Fett, das man mit den Fingern oder Händen greifen kann, ungefährliches Unterhaut-Fettgewebe ist.

Um dieses Fett braucht man sich aus gesundheitlicher Sicht keine Sorgen machen. Es ist nur eine Sache der Schönheit, wenn man sich von den Rettungsringen oder Fettröllchen gestört fühlt.

Das innere Bauchfett kann man nicht greifen, denn es ist unter den Bauchmuskeln verborgen.

Man kann das innere Bauchfett nur daran erkennen, dass der Bauch sich kugelförmig nach vorne wölbt.

Messung des Taillenumfangs

Wegen der Gefährlichkeit des inneren Bauchfettes wird immer öfter der Taillenumfang gemessen, um das Ausmaß der Bauchvergrößerung einschätzen zu können.

Dazu misst man bei leichter Ausatmung etwa zwei Fingerbreit über dem Bauchnabel.

Der gemessene Taillenumfang wird von der WHO wie folgt interpretiert:

·         über 80 cm: der Bauch ist ein Risikofaktor

·         über 88 cm: deutlich erhöhtes Risiko

 

Die beiden Werte gelten für Frauen.

Bei der Messung des Taillenumfangs wird übrigens sowohl das innere als auch das äußere Bauchfett gemessen, ohne zwischen beiden unterscheiden zu können. Außerdem können Darmgase, Verstopfung, eine große Mahlzeit, Wassereinlagerungen, starke Rückenmuskeln oder starke Bauchmuskeln den Wert des Taillenumfang mit beeinflussen. Daher gibt der Taillenumfang keine präzise Auskunft über das tatsächlich vorhandene innere Bauchfett.

Bei Taillenumfängen, die deutlich über den Grenzwerten liegen, kann man aber wohl davon ausgehen, dass man zu viel inneres Bauchfett hat.

Siehe auch:

Der dicke Bauch - und wie man ihn wieder los wird.

Webseite mit Buch zum Thema Bauch.

Vorteile der Testosteron-Dominanz

Die Testosteron-Dominanz hat nicht nur Nachteile, sondern auch einige starke Vorteile.

Frauen mit einer Testosteron-Dominanz werden meistens durchsetzungsfähiger und emotional stärker.

Sie können daher leichter Führungsrollen übernehmen, sei es im Beruf oder in der Familie.

Viele Frauen nutzen die gewonnene Stärke, um ihr Leben auf den Prüfstand zu stellen. Erfreuliche Aspekte des Lebens können beibehalten und ausgebaut werden. Lebensbereiche, die jedoch nicht mehr stimmen, können leichter als zuvor geändert werden. Die Frauen haben mehr Kraft, um ihr Leben so zu gestalten, dass sie sich darin wohlfühlen.

Auch die Libido gewinnt durch die Testosteron-Dominanz. Viele Frauen haben mehr Lust und können mehr Orgasmen genießen.

Ende der Testosteron-Dominanz

Wenn die Wechseljahre schon deutlich mehr als zehn Jahre vorbei sind, lässt die Testosteron-Produktion nach.

Je nach Höhe der verbleibenden weiblichen und männlichen Hormonspiegel kann die Testosteron-Dominanz dann allmählich verschwinden.

Frühzeitige Testosteron-Dominanz

Die Testosteron-Produktion ist von Frau zu Frau unterschiedlich.

Bei manchen ist sie auch schon vor den Wechseljahren höher als bei anderen Frauen. Diese Frauen haben schon vor den Wechseljahren eine mehr oder weniger ausgeprägte Testosteron-Dominanz.

Sie neigen daher auch schon früher als andere Frauen zu einem dicken Bauch mit innerem Bauchfett.

Häufig bekommen diese Frauen auch schon frühzeitig einen leichten Bartwuchs. (Bei dunkelhaarigen Frauen aus dem Mittelmeerraum sprießt ein leichter Damenschnurrbart oft auch ohne Testosteron-Dominanz. Der Bartwuchs ist also kein absolut verlässlicher Hinweis.)

Auch die positiven Aspekte der Testosteron-Dominanz sind bei diesen Frauen meistens schon frühzeitig ausgeprägt.

Man findet sie häufig in Berufen, die viel Durchsetzungskraft erfordern. Auch in technischen Berufen findet man gehäuft Frauen mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Testosteron-Dominanz.

Behandlung der Testosteron-Dominanz

Eine Testosteron-Dominanz ist nicht unbedingt behandlungsbedürftig, zumal sie einige Vorteile hat.

Die Neigung zu innerem Bauchfett ist jedoch potentiell gefährlich und der Bartwuchs kann lästig sein.

Gegen das Bauchfett hilft in erster Linie allgemeines Abnehmen, verbunden mit viel Sport.

Wenn Körperfett abgebaut wird, verringert sich das innere Bauchfett meistens schneller und stärker als das Unterhaut-Fettgewebe.

Der Rettungsring am Bauch lässt sich hingegen oft besonders viel Zeit, aber er ist ja auch nicht gefährlich, anders als das innere Bauchfett.

Regelmäßiger Sport hilft auch indirekt gegen das innere Bauchfett, weil er häufig das Stressempfinden lindert. Menschen, die regelmäßig Sport treiben, können mit Stress meistens besser umgehen, als Menschen, denen dieses körperliche Ventil fehlt. Davon ausgenommen ist natürlich Leistungssport, der seinerseits zu einem Stressfaktor werden kann.

Gegen die lästigen Folgen des Bartwuchses hilft regelmäßiges Rasieren. Wenn man damit nicht zufrieden ist, kann man die Barthaare durch eine Laserbehandlung entfernen lassen.

Ansonsten wird eine Testosteron-Dominanz üblicherweise nicht durch Bekämpfung des Testosterons behandelt, es sei denn, der Testosteronspiegel ist extrem erhöht.

Stattdessen kann man die weiblichen Hormone Progesteron und eventuell auch Östrogen einsetzen, um deren Spiegel auf ein beschwerdefreies Niveau anzuheben.

Dazu verwendet man am besten körperidentische Hormone als Creme oder Gel.

Beide Hormone, insbesondere das Östrogen sollte man jedoch nur anwenden, wenn ein tatsächlicher Mangel vorliegt. Zu Beginn der Wechseljahre ist das normalerweise bei Progesteron der Fall. Östrogen wird erst in der zweiten Hälfte der Wechseljahre weniger.

Wenn die weiblichen Hormonspiegel wieder etwas höher sind, verringert sich dadurch automatisch die Testosteron-Dominanz.













































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