Übermächtiger Appetit

  
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Der Appetit und das darauf folgende Essverhalten kann nur schlecht vom Bewusstsein gesteuert werden. Appetit und Hunger entstehen und wirken in sehr alten Bereichen des Gehirns, die weitgehend dem Unterbewusstsein unterliegen.

Daher ist es eigentlich völlig normal, dass viele Menschen immer wieder Nahrungsmittel essen, die sie aus Vernunftsgründen eher meiden wollen.

Das Unterbewusste ist schlichtweg stärker als das Bewusstsein. Man kann sich das mit dem Drang zum Atmen gut demonstrieren. Wenn man die Luft anhält, wird der Drang zum Atmen immer stärker. Irgendwann holt man unwillkürlich Luft, ob man will oder nicht.

Nur wenige Menschen können ihren Appetit nahezu vollständig mit ihrem Bewusstsein steuern. Das sind beispielsweise Magersüchtige. Bei ihnen liegt aber ein Problem mit dem Appetit und eine krankhafte Ernährungsstörung vor. Im Folgenden geht es daher um die normale Funktionsweise des Appetits.

Beim Essen wirkt sich der unbewusste Drang des Appetits sogar so aus, dass man nach einer starken Unterdrückungsphase zu unkontrollierbaren Essanfällen neigt. Man isst dann sehr viel mehr, als man normalerweise essen würde, wenn man dem Appetit frühzeitig folgt.

Natürliche Schlankesser und Asketen

Warum gibt es dann aber zahlreiche Menschen, die niemals unkontrollierte Essanfälle erleben, kaum unter drängendem Heißhunger nach Dickmachern leiden und nur selten bei ihrer Ernährung "sündigen"?

Bei vielen dieser Menschen ist schlichtweg der Appetit auf Dickmacher gering ausgeprägt. Einige von ihnen mögen zwar durchaus hin und wieder ein Stück Schokolade, aber sie träumen weder davon, noch werden sie unzufrieden und unruhig, wenn sie keine bekommen. Sie verspüren auch kaum den unwiderstehlichen Drang, gleich die ganze Tafel zu verschlingen.

Häufig sind diese Menschen sehr stolz auf ihre gesunde Ernährung und strafen übergewichtige Menschen mit viel Verachtung. Dabei sollten die Menschen mit fehlendem Drang zu Dickmachern eher dankbar für ihre Veranlagung sein, denn ihnen fällt es schlichtweg leichter, sich schlank zu ernähren.

Manche Menschen haben auch eine ausgeprägte Neigung, sich zu kasteien. Sie würden zwar gerne die ganze Tafel Schokolade verschlingen, aber sie verbieten es sich mit aller Kraft. Einige dieser Menschen sind überzeugte Asketen und betrachten diese Einstellung als ethisch und moralisch einzig richtig. So lange sich die Betroffenen an ihrer Askese erfreuen, ist nicht dagegen einzuwenden. Wenn sie aber versuchen, Nichtasketen zu missionieren und ihnen Verachtung entgegenbringen, ist dieses Verhalten durchaus in Frage zu stellen.

Leider finden sich unter den Ernährungsexperten, Ökotrophologen, Diätpäpsten und anderen Gesundheitspredigern sehr viele Menschen mit einer Neigung zu Askese und ausgeprägtem Missionsdrang.

Übergewichtigen Menschen mit einem normalen Appetitverhalten bringt die Begegnung mit solchen Asketen in der Regel nur ein schlechtes Gewissen, Selbstverachtung, hochgradigen Diätfrust und mittelfristig noch mehr Übergewicht durch den Jojo-Effekt.

Essattacken verhindern

Doch nun stellt sich die Frage, wie sich Menschen mit einem natürlichen Appetit auf kalorienreiche Nahrungsmittel vor Essattacken schützen können.

Die Essanfälle kann man vermeiden, wenn man seine Vorlieben und Bedürfnisse in seine Essensplanung integriert.

Beispielsweise sollte sich ein ausgeprägter Schokoladenliebhaber hin und wieder eine Schokolade erlauben. Bei einigen funktioniert es am besten, wenn man häufig ein kleines Stück isst, bei anderen klappt es besser, wenn man nur selten eine größere Menge erlaubt.

Man kann es auch mit Bitterschokolade versuchen, weil diese weniger Zucker enthält. Für manche Menschen ist Bitterschokolade eine gute Alternative, anderen fehlt hier das gewisse Etwas.

Das Gleiche gilt beispielsweise für Pizza, fetten Käse, fette Wurst, Schweinshaxen, Sahnetorten und dergleichen.

Wenn Ihnen eine kalorienreiche Nahrung sehr am Herzen liegt, verbieten Sie diese nicht vollständig für immer, sondern versuchen Sie Wege zu finden, wie Sie hin und wieder in den Genuss ihrer kalorienreichen Nahrungsmittel kommen können.

Man muss beispielsweise nicht immer eine ganze Pizza essen, um zufrieden zu sein. Viele Pizzaliebhaber sind schon sehr glücklich, wenn sie eine halbe Pizza und dazu eine Portion Salat essen können. So kommt man in den Genuss seiner Lieblingsspeise und hat dennoch nicht zu viele Kalorien zu sich genommen.

Außerdem sind es oft gar nicht nur die vielen Kalorien, die an einem bestimmten Nahrungsmittel so sehr munden. Häufig ist es eine bestimmte Würze, ein Mundgefühl oder das knusprige Krachen beim Draufbeißen.

Daher kann es helfen, wenn man beispielsweise Pellkartoffeln so würzt wie Pommes frites. Knuspriges Krachen kann man außer bei fettigen Chips auch bei Salzstangen erleben oder gar bei Stangensellerie.

Finden Sie heraus, was Sie an Ihren kalorienreichen Lieblingsspeisen besonders mögen und überlegen Sie, wie Sie den gleichen Genuss auch kalorienärmer erreichen können.

Die kalorienarmen Lieblingsspeisen kann man natürlich hemmungslos genießen. Das sollte man auch tun, um mit dem Essen möglichst zufrieden zu sein.













































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