Ungünstige Darmbakterien



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Jeder Mensch hat in seinem Darm Billionen von Darmbakterien. Diese Bakterien leben friedlich in Symbiose mit uns zusammen. Wir brauchen sie genauso zum überleben, wie sie uns brauchen. Beispielsweise erzeugen manche dieser Bakterien Vitamine aus der Nahrung, die wir Menschen nicht selbst erzeugen können.

Es gibt jedoch nicht nur eine Sorte Darmbakterien, sondern sehr viele unterschiedliche. Noch lange sind nicht alle Darmbakterien und ihre Wirkungen auf den menschlichen Körper bekannt.

Bei einigen Darmbakterien hat man inzwischen herausgefunden, dass sie mit Übergewicht in Verbindung stehen. Sie kommen bei Übergewichtigen erheblich mehr vor als bei schlanken Menschen. Es handelt sich um Darmbakterien mit der Gruppenbezeichnung Firmicuten.

Ob und wie diese Firmicuten das Übergewicht verursachen, hat man jedoch noch nicht detailliert herausgefunden.

Man vermutet jedoch, dass diese Firmicuten dabei helfen, die Nahrung besonders gründlich zu verwerten. Mit ihrer Hilfe wird jedes Fitzelchen Energie aus der Nahrung herausgeholt. Dadurch werden die Nahrungsmittel sozusagen kalorienreicher als ohne Firmicuten.

Es gibt auch Darmbakterien, die in der Lage sind, Ballaststoffe so umzuwandeln, das aus ihnen verwertbare Kohlenhydrate werden. Dieser Effekt ist in Hinblick auf Übergewicht besonders tückisch.

Gelten Ballaststoffe doch als die Schlankmacher schlechthin. Sie sättigen, beschäftigen die Verdauung und haben keine Kalorien. Außerdem sollen sie Herzinfarkt, Verstopfung und allerlei andere Krankheiten verhindern.

Wenn man jedoch eine Menge Darmbakterien besitzt, die Ballaststoffe in Kohlenhydrate verwandeln können, ist der Effekt der Ballaststoffe ganz anders. Sie enthalten dann vergleichbar viel Kohlenhydrate wie Nudeln oder Brot, sie blähen den Darm auf und verursachen dadurch Bauchschmerzen. Aus der Gesundkost ist mit einem Mal ein schmerzfördernder Dickmacher geworden.

Es ist relativ einfach, festzustellen, ob man zu den Menschen gehört, bei denen Ballaststoffe in Dickmacher verwandelt werden. Wenn man nach dem Genuss von Vollkornprodukten, Kleieprodukten oder ballaststoffreichen Nahrungsergänzungsmitteln mit Bauchschmerzen und Blähungen reagiert, verwandelt man vermutlich die Ballaststoffe in dickmachende Kohlenhydrate.

In schlechten Zeiten ist es sehr wertvoll, wenn man zahlreiche Firmicuten hat oder Darmbakterien, die Ballaststoffe in Nahrung verwandeln können. So kann man wortwörtlich ins Gras beißen und trotzdem überleben, wenn andere Menschen schon lange verhungert sind.

In Zeiten des Überflusses und Übergewichtes sind die leistungsfähigen Darmbakterien jedoch eher schädlich, weil sie für noch mehr Übergewicht sorgen.

Die gute Nachricht ist: Wenn man wieder schlanker wird, werden die Firmicuten von selbst wieder weniger.

Hilfreich kann es auch sein, wenn man regelmäßig Jogurt isst. Probiotische Nahrungsmittel sollen diesen Effekt noch verstärken, wobei wissenschaftlich bisher nicht geklärt ist, ob sie dies auch in der versprochenen Weise tun.

Menschen mit der Fähigkeit Ballaststoffe zu verwandeln, sollten dauerhaft den Verzehr von Ballaststoffen möglichst gering halten.

Geringe Mengen leichte Vollkornprodukte werden meistens vertragen, ebenso Gemüseballaststoffe im natürlichen Gemüse.

Schlecht vertragen werden hingegen meistens schwere Vollkornprodukte in größeren Mengen, Kleie oder Ballaststoff-Kautabletten und dergleichen.

Die Reaktion des eigenen Bauches auf ein Nahrungsmittel ist im allgemeinen sehr aussagekräftig in Hinblick auf seine Verträglichkeit.

Die Tatsache, dass Ballaststoffe bei manchen Menschen Blähungen verursachen und das Übergewicht fördern, ist bislang nur wenig bekannt. Vor allem viele Ernährungsexperten sind bisher von der bedingungslosen Nützlichkeit der Ballaststoffe überzeugt und nötigen ihre Klienten zum Verzehr möglichst vieler Ballaststoffe. Lassen Sie sich davon nicht irre machen, falls Sie zu den Ballaststoffverwertern gehören.


 




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