Zu Unrecht verteufelte Nahrungsmittel

  
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Einige Nahrungsmittel werden bei zahlreichen Diäten und Ernährungslehren verboten, obwohl nicht recht einzusehen ist, warum sie nicht zum Abnehmen geeignet sein sollen.

Bei vielen Diäten und Ernährungslehren entsteht darüber hinaus der Eindruck, dass unnötig viel verboten wird und dass die Regeln unnötig starr sind. Wenn Sie Freude an Verboten haben, sind diese Ernährungsformen wunderbar geeignet für Sie (sofern sie nicht gesundheitsschädlich sind). Aber wenn Sie die Verbote bei der Ernährung möglichst gering halten wollen, hilft es, sich zu informieren, ob Verbote tatsächlich nötig sind.

Nachfolgend werden einige Nahrungsmittel untersucht, die besonders häufig verboten werden, oft aus unterschiedlichen Gründen.

Tomaten

Erstaunlicherweise gehören Tomaten zu den Nahrungsmitteln, die besonders oft verboten werden. Die angegebenen Gründe für das Verbot sind sehr unterschiedlich.

Manche Diäterfinder verbieten Tomaten, weil es sich um Nachtschattengewächse handelt und diese seien alle giftig und böse. Tatsache ist jedoch, dass reife Tomaten nicht giftig sind.

Andere verbieten Tomaten, weil sie Tryptophan und Serotonin enthalten. Serotonin ist ein Glückshormon und Tryptophan die Vorstufe dazu, und das sei schädlich. Tatsache ist, dass der Mensch das Glückshormon Serotonin braucht, sonst bekommt er Depressionen. Es wird im Körper normalerweise selbst hergestellt. Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure und daher lebensnotwendig in der Nahrung. Tryptophan soll nicht nur glücklich machen, sondern auch bei der Gewichtsreduzierung helfen.

Zahlreiche Nahrungsmittel enthalten mindestens eine der beiden Glücks-Substanzen, beispielsweise Walnüsse, Bananen, Ananas, Milch, Fleisch.

Ob der Verzehr von Nahrungsmitteln mit Tryptophan oder Serotonin tatsächlich glücklich machen, ist bislang nicht erwiesen. Eines ist jedoch klar: Tryptophan und Serotonin in Nahrungsmitteln haben keine schädliche Wirkung auf Menschen ohne spezielle Erbkrankheit (Blaue Windeln Syndrom). Nur hochdosiert als Medikament eingenommen, kann Tryptophan in manchen Fällen müde machen und Kopfschmerzen auslösen.

Weitere Inhaltstoffe der Tomate werden von verschiedenen Autoren zum Anlass genommen, von ihrem Verzehr abzuraten. Die Erklärungen dazu sind jedoch aus wissenschaftlicher Sicht haltlos.

Die Tomate ist ein hervorragendes Nahrungsmittel zum Abnehmen, denn:

·         sie hat nur 19 kcal auf 100 Gramm,

·         kann roh und gekocht gegessen werden

·         schmeckt gut

·         ist vielseitig einsetzbar

·         macht möglicherweise glücklich und hilft beim Abnehmen.

Karotten

Karotten werden hauptsächlich von den Anhängern des glykämischen Index verboten, weil ihr Index-Wert bei 70 bis 85 liegt.

Dadurch werden die Schwächen der Ernährung nach dem glykämischen Index besonders deutlich.

Das Kohlenhydrat in den Karotten hat zwar einen hohen glykämischen Index, aber sie enthält nur wenige Kohlenhydrate. Daher müsste man 2200 Gramm Karotten essen, um die gleiche Blutzucker-Wirkung zu erzielen wie bei 208 Gramm Weißbrot.

Die Kohlenhydrate in Karotten stellen in der Praxis also kein Problem dar.

Karotten sind sogar besonders günstige Nahrungsmittel für das Abnehmen, denn:

·         sie sind relativ kalorienarm (25 kcal auf 100 Gramm),

·         sie sättigen relativ gut,

·         man kann sie roh und gekocht essen,

·         sie sind sehr vielseitig,

·         sie sind preiswert, sogar als Bio-Karotten,

·         sie enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe,

·         sie enthalten sogar Proteine in nennenswerter Menge,

·         in den Wechseljahren sind sie besonders günstig, denn sie enthalten reichlich Diosgenin, ein Phytohormon, das dem Progesteron ähnelt.

Kartoffeln

Für die Ablehnung von Kartoffeln gibt es verschiedene Argumente.

Einige Experten lehnen prinzipiell alle Nahrungsmittel mit einem hohen Kohlenhydratanteil ab, so auch die Kartoffeln (15% Kohlenhydrate).

Bei anderen Experten ist es der glykämische Index von 70, der zur Ablehnung führt.

Es ist richtig, dass Kartoffeln zu den Sattmachern gehören und relativ viele Kohlenhydrate enthalten. Sie haben aber eine ausgesprochen starke Sättigungswirkung. Das Verhältnis zwischen Sättigung und Kaloriengehalt ist bei Kartoffeln besonders hoch.

Gerade der Sättigungsfaktor ist beim Abnehmen besonders wichtig, denn wenn man satt ist, entfällt der quälende Heißhunger, der einen zu unvernünftiger Nahrungsaufnahme treibt.

Für das günstige Sättigungsverhältnis sollten die Kartoffeln natürlich als Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln genossen werden und weder als Bratkartoffeln, noch als Pommes frites oder Kroketten.

Manche Experten raten auch von der Kartoffel ab, weil sie ein Nachtschattengewächs ist, mit den gleichen Argumenten wie bei der Tomate. Gekochte Kartoffeln sind jedoch ungiftig und brauchen nicht gefürchtet zu werden.

Kartoffeln sind aus mehreren Gründen sehr gut zum Abnehmen geeignet:

·         sie sättigen gut bei relativ niedrigem Kaloriengehalt (70 kcal/100 gr),

·         sie enthalten sehr hochwertiges Eiweiß (Wertigkeit: 99),

·         sie enthalten reichlich Vitamin C und andere Vitamine und Mineralstoffe,

·         sie sind preiswert

Milchprodukte

Die Gegner von Milchprodukten sind zahlreich. Für ihre Ablehnung führen sie verschiedene Gründe an.

Manche Experten lehnen Milchprodukte wegen ihres Allergiepotentials prinzipiell ab. Entweder soll ihrer Meinung nach jeder oder jeder, der eine Allergie hat, auf sämtliche Milchprodukte verzichten. Das bedeutet, das jeder, der unter Heuschnupfen leidet, auf Milchprodukte verzichten sollte.

In dieser ausgeprägten Ablehnung ist das jedoch unsinnig. Es gibt Menschen, die unter einer Laktose-Intoleranz leiden, das sind in Mitteleuropa etwa 10% der Bevölkerung (siehe Seite 97). Diese Menschen sollten in der Tat auf laktosehaltige Milchprodukte verzichten. Sehr wenige Menschen haben auch eine Allergie gegen Milcheiweiß. Sie müssen vollständig auf Milchprodukte verzichten. Außerdem gibt es Menschen die unter einer Neurodermitis-Form leiden, die durch Nahrungsmittel ausgelöst wird. Ihnen kann in manchen Fällen der Verzicht auf Milchprodukte helfen. Das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Neurodermitis-Patienten.

Die allermeisten Menschen mit Allergien wie beispielsweise Heuschnupfen vertragen Milchprodukte ohne Probleme.

Wenn man diesbezüglich im Zweifel ist, kann man versuchsweise vorübergehend auf Milchprodukte verzichten.

Ein prinzipieller Verzicht auf Milchprodukte ohne individuellen Grund, ist jedoch weder notwendig noch sinnvoll.

Andere Milchablehner haben ihre Ernährungslehren auf der Basis von asiatischen Ernährungsgewohnheiten zusammengestellt. In den meisten asiatischen Ländern wird traditionell vollständig ohne Milchprodukte gegessen. Die meisten Asiaten haben daher auch eine Laktose-Intoleranz. Für Asiaten ist eine milchfreie Ernährung also sinnvoll. Das gilt aber nicht für die Mehrheit der Mitteleuropäer.

Wieder andere Experten lehnen Milchprodukte aufgrund ihres hohen Fettgehaltes ab. Dieses Argument ist durchaus stichhaltig.

Man kann den Fett- und damit Kaloriengehalt der Nahrungsmittel verringern, in dem man fettreduzierte Milchprodukte isst. Alternativ dazu kann man auch die verzehrte Menge reduzieren, also beispielsweise dünnere Käsescheiben verwenden.

Trotz ihres teilweise erheblichen Fettgehaltes sind Milchprodukte dennoch sinnvolle Nahrungsmittel beim Abnehmen, weil

·         sie hochwertiges Eiweiß enthalten,

·         vielfältig angeboten werden, auch in fettarmen Varianten,

·         kaum Zubereitungsaufwand erfordern, z.B. Jogurt wird einfach gegessen,













































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